Reflexio

 

Reflexio

Die Arbeitsweise von Erik Weiser ist vielschichtig, hat aber immer wiederkehrende Momente und Motive. Eines dieser Motive könnte man als „Recycling“, neudeutsch auch „Upcycling“ genannt, bezeichnen. Recycling heißt immer, ein schon vorhandenes Material zu nutzen und es in einem Verarbeitungsverfahren zu einem neuen, wertigeren Produkt umzufunktionieren. Ein gutes Beispiel für diese, in der bildenden Kunst doch recht ungewöhnliche, Herangehensweise sind die Bilder, Installationen und Plastiken Weisers, die aus verschiedenen Reflektoren gearbeitet sind. Das Material und die Haptik der Reflektoren macht hierbei den Reiz der Arbeiten aus: Das im Alltag ständig integrierte Material, sei es an Schulranzen, Fahrrädern oder Baustellenumrandungen, hat den Zweck sichtbar zu sein, vor allem in Verbindung mit Bewegung und herauf fallendem Licht. In den Arbeiten spielen die Parameter Licht und Bewegung eine ebenso große Rolle. Die Plastiken und Wandinstallationen verändern ihr Erscheinungsbild fortlaufend, je nachdem wie der Lichteinfall ist, welche Lichtquellen es gibt und wo sich der Betrachter im Raum zu der Arbeit befindet, wobei der meist geometrische, sehr strukturierte und ästhetische Aufbau der Arbeiten das Auge trotzdem nicht überfordert.

Text: Sophia Pietryga, 2014